10 Milliarden – Wie werden wir alle satt? Filmstart 16. April

Nach Taste the Waste (2011) geht es auch im neuen Film von Valentin Thurn ums Essen und die globalen Zusammenhänge dahinter. Die Ausgangsfrage ist diesmal aber noch dringlicher: Wie kann die Weltbevölkerung, die im Jahr 2050 die 10 Milliarden-Marke erreichen wird, ernährt werden? Denn klar ist, dass die gegenwärtigen Konzepte unzureichend sind. Auch die Idee, die industrielle Landwirtschaft mit noch mehr Wachstum aufzublasen, erweist sich schon jetzt als kurzsichtig. Der Film ist eine Reise um die Welt zu verschiedenen Esskulturen und Produktionsstätten auf der Suche nach Antworten.

 

Interview mit Filmemacher Valentin Thurn

Welche Form von Aufklärung bzw. „Erziehung“ steckt in 10 MILLIARDEN?

Valentin Thurn: Ich sehe mich keinesfalls als Pädagoge, der weiß, wo es langgeht, dazu ist das Thema viel zu komplex. […] Dennoch sehe ich 10 MILLIARDEN zusammen mit unserem begleitenden Buch „Harte Kost“ und der Plattform „Taste of Heimat“ als Kampagne, die auch in Schulen und Institutionen eingesetzt werden kann und vor allem eines vermitteln soll: Ich kann die globale Entwicklung beeinflussen, indem ich regionale Produkte kaufe.

 

10 MILLIARDEN zeigt politischen, ökologischen, wissenschaftlichen und menschenrechtlichen Wahnsinn, aber auch beeindruckende Einzelinitiativen.

VT: Jeder von uns hat ja auch Handlungsspielraum und es ist nicht nötig, in Pessimismus zu verfallen. Die Aussicht auf „10 Milliarden“ wird durchaus auch von den Geschäftsinteressen der Großkonzerne missbraucht, um Angst zu verbreiten und die eigenen Lösungen durchzudrücken. Ich sage nicht, dass alles, was dort passiert, brandgefährlich ist, aber man sollte die Motivation hinter den vermeintlich heilsbringenden Innovationen sehen. Mir selbst liegt es fern, einfache Lösungen zu präsentieren. Was heißt schon „Esst regional“? Über Regionalität, Saisonalität muss man sich auch erst mal informieren können.

 

In puncto Lifestyle ist die 1980er-Vollkorn-Askese einer eher hedonistischen Einstellung mit fairem Kaffee in der 1.000-Euro-Maschine gewichen.

VT: Wir sind verwöhnt. Ich esse und koche gerne, was für mich kein Widerspruch zu Engagement ist. Für mich liegt der Schlüssel in der Wertschätzung. Auch Resteverwertung kann lustvoll sein.

 

 

 

Das ganze Interview

 

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