Pressemitteilungen

 

 

 

Es geht voran – gemeinsam stark!

Bericht über die Veranstaltung "München auf dem Weg zur Ernährungswende"

 

v.l.: Maurice Attenberger (Regionalleiter GLS Bank München), Valentin Thurn (Ernährungsrat Köln), Anja Salewski (Moderation), Jürgen Müller (Kartoffelkombinat e.V.), Michael Böhm (Ecozept), Angela Hartmann (Kinderleicht e.V.), Agnes Streber (Projektleitun

„Wo steht München auf dem Weg zur Ernährungswende? Darüber diskutierten rund 80 Teilnehmer/innen, darunter Vertreter/innen von über 20 lokalen Umwelt- und Ernährungsinitiativen bei der Veranstaltung „Lokal statt  global- gutes Essen als lokale Politik“, zu der das Institut für Welternährung (IWE) am Donnerstag (30.03.2017) in München in die Räume der GLS-Bank geladen hatte.

 

Vorräte für maximal drei Tage
Dass eine Ernährungswende unumgänglich sei, daran ließ der Sprecher des Instituts für Welternährung Wilfried Bommert keinen Zweifel. Großstädte wie München besitzen kaum Ernährungssicherheit, ihre Vorräte reichen für maximal drei Tage. Hinzu kommt der Klimawandel, die Vernichtung von Boden, das Schrumpfen der Grundwasservorräte durch industrielle Landwirtschaft und weite Transporte der globalen Nahrungskette. Sein Fazit: „Unsere Ernährung ist nicht mehr sicher. Neue Ernährungskonzepte müssen her. Die Ernährung wird sich in Zukunft aus der Region speisen, bio und fair.“

 

München aus der Region ernähren – das wäre möglich
Dem stimmte auch der Michael Böhm von Ecozept zu. Der Agrarmarktforscher hat schon mal berechnet, wie viel Fläche es bedarf, um die Bevölkerung von München aus der Region zu ernähren: genau 342.600 Hektar, das entspräche der 12fachen Fläche des Münchener Stadtgebiets. Zur Zeit gehen allerdings durch Bebauung ca. 13 ha pro Tag verloren.  Dies müsse sich ändern. Die Voraussetzungen für ein regionales Ernährungskonzept stünden in München gar nicht so schlecht, befand Jürgen Müller vom Münchener Verein Kartoffelkombinat e.V. Schließlich habe die „Biostadt“ München schon einiges auf den Weg gebracht, etwa die weitgehende Umstellung  auf Bio in Kitas und städtischen Kantinen. Doch die bisherigen Bemühungen der Verwaltung allein reichen nicht aus. Erforderlich sei eine „Weitung der Perspektive“. Voraussetzung dafür sei ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis.


Einfluss auf lokale Politik verstärken
Tatsächlich gibt es in München bereits eine Vielzahl von Initiativen und Bündnissen in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit. Dies zeigte auch der Blick auf die Teilnehmer der Konferenz. Die Liste reichte von Uschi Glas mit ihrer Initiative brotZeit e.V. über Tollwood, Veranstalter des Tollwoodfestivals und Slowfood München bis zu Green City e.V. und der Schweisfurth Stiftung. Die Stärke dieser Bewegung ist ihre Vielfalt, ihre Schwäche allerdings der Mangel an gemeinschaftlicher Organisation. Doch genau darum gehe es, erklärte Jürgen Müller. Für ihn ist klar: Zur Bündelung der Kräfte braucht München einen „kommunalen Ernährungsrat“.

 

„Transmissionsriemen zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft“
Wie das konkret aussehen kann, erläuterte der Filmemacher Valentin Thurn, Mitbegründer des Kölner Ernährungsrates, der zeitgleich mit Berlin im Frühjahr 2016 als erster Ernährungsrat bundesweit ins Leben gerufen wurde. Nach dem Vorbild der amerikanischen Food Policy Councils setzen sich darin engagierte Bürger, Verwaltung und Politik zusammen, um gemeinsam ein „regionales Ernährungskonzept“ auf die Beine zu stellen.

 

Viele Stellschrauben in der lokalen Politik
Stellschrauben dafür gibt viele - auch in München, wie die anschließende Diskussion zeigte:  Das beginnt bei der Ernährung in Kitas, Schulen und öffentlichen Kantinen, geht weiter über Ernährungsbildung und Stadtplanung, z.B. die Ausweisung landwirtschaftlicher Flächen zugunsten eines ökologischen Anbaus und artgerechter Tierhaltung, bis hin zum Aufbau und Förderung von Stadt-Landpartnerschaften und regionalen Vermarktungsinitiativen.

 

Alle unter einen Hut
Alle Einzelinteressen zu bündeln ist nicht einfach, aber machbar, wie die Beispiele von Köln und Berlin zeigen. Auch die Münchener machen sich nun auf den Weg.  Auf der Agenda steht als nächstes die Gründung einer Lenkungsgruppe, die weitere Schritte in Richtung Ernährungsrat und Ernährungswende für München planen soll.

 

Weitere Presseinformationen, darunter ein Interview mit Jürgen Müller vom Kartoffelkombinat e.V. München zur Frage, warum die Biostadt München einen Ernährungsrat braucht, finden Sie in der unten stehenden Pressemitteilung "München auf dem Weg zur Ernährungswende: Lokal statt Global - Gutes Essen als lokale Politik!"

 

IWE Berlin, 4.04.2017

 

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

 

München auf dem Weg zur Ernährungswende: Lokal statt Global - Gutes Essen als lokale Politik!

Veranstaltung am 30. März 2017, 15 - 18 Uhr, GLS Bank Filiale München

Veranstaltung: München auf dem Weg zur Ernährungswende: Lokal statt Global - Gutes Essen als lokale Politik!


Wann: Donnerstag, 30.03.2017, 15 Uhr bis 18 Uhr

 

Wo: GLS Bank Filiale München, Bruderstr. 5a, 80538 München

 

Wer bestimmt eigentlich, was auf unsere Teller kommt? Bislang werden die Weichen dafür in Berlin, Brüssel oder anderswo gestellt. Unter den Argusaugen globaler Konzerne und im Spannungsfeld der internationalen Agrarpolitik. Das soll sich in Zukunft ändern. Der Trend zu Regional, Bio und Fair ist unübersehbar, vor allem in der “Biostadt“ München. Auch in der Bürgergesellschaft gibt es schon viele Initiativen, die sich eine nachhaltige Versorgung auf die Fahnen geschrieben haben. Doch eine gemeinsame Plattform gibt es noch nicht.


Die Vielfalt dieser Initiativen sichtbar zu machen und regionale Netzwerke zu fördern, damit diese ihren Einfluss auf die lokale Politik verstärken können, das ist das Ziel des Projekts Ernährungswende, das vom Berliner Institut für Welternährung (IWE) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt auf den Weg gebracht wurde.


- Was bedeutet für München eine Ernährungswende?
- Wer engagiert sich bereits für gutes Essen aus der Region?
- Wie kann ein zukunftsfähiges Ernährungskonzept für München aussehen?
- Wie lassen sich Brücken zwischen Bürgern und Politik schlagen?
- Braucht die „Biostadt“ München überhaupt einen Ernährungsrat?
- Wie kann ich mich persönlich einbringen?

 

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser öffentlichen Veranstaltung, zu der Vertreter/innen von Verbänden, Handel, Landwirtschaft, Gastronomie, Politik und Forschung sowie alle an einer Ernährungswende Interessierten eingeladen sind.

 

Zu den Gästen zählt u.a. der Dokumentarfilmer („Taste the Waste“ und „10 Milliarden“) und Mitinitiator des Kölner Ernährungsrates Valentin Thurn, der über seine Erfahrungen berichten wird.  

 

Informationen zum genauen Programmablauf sowie das Anmeldeformular finden Sie nachstehend zum Download:

 

München auf dem Weg zur Ernährungswende - Programm & Anmeldung
München auf dem Weg zur Ernährungswend[...]
PDF-Dokument [281.1 KB]

Weitere Presse-Informationen - ein Interview mit Jürgen Müller vom Kartoffelkombinat e.V. München, den Vortrag von Michael Böhm, Hintergrundinformationen zum Projekt Ernährungswende sowie das IWE Metropolenprojekt Dossier - finden Sie nachstehend zum Download:

Interview mit Jürgen Müller vom Kartoffelkombinat e.V. München
Interview mit Jürgen Müller vom Kartoffelkombinat e.V. München zur Frage, warum auch die Biostadt München einen Ernährungsrat braucht
Interview Jürgen Müller zu Ernährungs[...]
PDF-Dokument [377.2 KB]
Vortrag Michael Böhm
Vortrag Böhm Ecozept.pdf
PDF-Dokument [1.4 MB]
Hintergrundinformationen zum Projekt Ernährungswende
Hintergrundinformationen Projekt Ernähr[...]
PDF-Dokument [169.7 KB]
IWE Metropolenprojekt Dossier
Potential-Analyse des IWE zum Projekt Ernährungswende in den Städten Berlin, München, Hamburg und Köln (2016).
Metropolen-Projekt- Dossier.pdf
PDF-Dokument [180.6 KB]

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung "München auf dem Weg zur Ernährungswende" ist kostenfrei. Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung per Email an: ernaehrungswende@institut-fuer-welternaehung.org  

 

Kontakt:
Agnes Streber
Email: agnes.streber@institut-fuer-welternaehrung.org
Telefon: 089716775030, Fax: 089716775031

 

Dieses Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Pressebericht: Hamburg auf dem Weg zur Ernährungswende - Gutes Essen als lokale Politik

TeilnehmerInnen der Veranstaltung „Hamburg auf dem Weg zur Ernährungswende“ fordern kommunale Unterstützung für einen Hamburger Ernährungsrat

 

v.l.: Ingrid Meichelböck (GLS-Bank), Dr. Wilfried Bommert (Sprecher IWE), Agnes Streber (Projektleiterin IWE) Prof. Harald Lemke (Mitbegründer Hamburger Ernährungsrat), Dr.Tanja Busse (Moderatorin), Ulf Schönheim (Vorstand Regionalwert-AG Hamburg)

Von Sabine Jacobs

Hamburg 2. Dezember 2016. Ein konkreter Aufruf an den Hamburger Senat war das Ergebnis der Veranstaltung „Hamburg auf dem Weg zu Ernährungswende – gutes Essen als lokale Politik“, zu dem das Berliner Institut für Welternährung (IWE) gemeinsam mit der GLS-Bank Hamburg am Montag, den 28.11. eingeladen hatte.

 

Gekommen waren über 80 interessierte BürgerInnen und AktivistInnen  aus den unterschiedlichsten Hamburger Initiativen und Organisationen, darunter VertreterInnen von Slow-Food Hamburg, der Initiative Ernährungsrat Hamburg, dem Ökomarkt Hamburg e.V., der Reginalwert AG Hamburg und dem Netzwerk Öko-Landbau Schleswig-Holstein. Sie alle waren sich einig:  Die Frage, was wir essen, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird, wird für immer mehr Menschen immer wichtiger.

 

Dass eine Ernährungswende unumgänglich sei, daran ließ Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung (IWE) in seinem Einführungsvortrag keinen Zweifel.  Die zentrale Erkenntnis: Durch den Klimawandel werden die Ernten weltweit unsicher. Weite Transportwege können wir uns wegen der damit verbundenen Klimabelastung nicht mehr leisten. Hinzu kommt, dass die Fundamente unserer Ernährung, Boden Wasser und Artenvielfalt schrumpfen und dies bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Unsere scheinbar so selbstverständliche Versorgung ist längst nicht mehr so sicher, wie wir glauben. Der Lebensmittel-Vorrat in unseren Städten reicht heute gerade noch für 3 Tage. Sein Fazit: „Wir brauchen neue Ernährungskonzepte, die Zukunft der Ernährung ist regional, öko und fair.“

 

Dem stimmte auch Harald Lemke zu. Für den Hamburger Gastrosophen steht fest: „Unser Essen ist politisch“. Ernährung ist längst keine Privatsache mehr, sie muss als „gesellschaftliches Megathema“ behandelt werden.

 

Erste Ansätze dazu gibt es bereits. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher beginnen sich selbst zu organisieren, sei es in Urban-Gardining Projekten, Erzeuger-Verbraucher-Zusammenschlüssen wie der solidarischen Landwirtschaft, grüne Kisten, dem Ökomarkt Hamburg, aber auch in Kitas und  ökologischen Bildungs-Initiativen. Wie eine Studie des IWE zeigt,  sind in Hamburg mehr als 90 Organisationen aktiv.

Ihre Stärke, so das Ergebnis der Studie,  ist ihre Vielfalt, ihre Schwäche ist die Unübersichtlichkeit und der Mangel an gemeinschaftlicher Organisation. Doch genau das ist wichtig, wenn die Bewegung politische Durchschlagkraft entfalten soll.

 

Wie engagierte BürgerInnen  und bereits bestehende Initiativen ihre Energien bündeln, Synergien entdecken und eine gemeinsame Schlagkraft entwickeln können, darum ging es in der anschließenden Diskussion. „Wie kriegen wir die Vielfalt unter einen Hut, und wie kriegen wir Zugang zur kommunalen Politik?“ lautete die zentrale Frage.

Als eine mögliche Plattform hierfür bot sich die Initiative „Ernährungsrat Hamburg“ an, die ursprünglich aus der Urban-Gardining Bewegung hervorgegangen ist. Die Initiative hat sich die „politische Strukturierung der lokalen Ernährungswende“ auf die Fahnen geschrieben und versteht sich als „offenes Forum zum regelmäßigen Austausch und zur gesellschaftliche Vernetzung der Akteure“, wie Mitbegründer Harald Lemke erläuterte. Pläne und Ideen gäbe es bereits viele, zum Beispiel die Formulierung eines Manifestes für die Hamburger Küche, ein einheitliches Gütezeichen für Lebensmittel und Gerichte aus der Region oder die Implementierung einer Taskforce Food-Policy, die in den einzelnen Fachbehörden die Umsetzung eines regionalen Ernährungskonzeptes unterstützen könne.

 

Von der konkreten Umsetzung solcher Ideen ist die Initiative allerdings bislang noch weit entfernt. Noch fehlt es an Man-Power und finanziellen Mitteln. Diskutiert wurde daher auch, ob ein lockerer Zusammenschluss von Privatpersonen tatsächlich ernsthaften Einfluss auf die Politik entwickeln kann. Möglicherweise mache es auch Sinn, zur Stärkung der politischen Wirkkraft auf bereits vorhandene Strukturen eines starken bestehenden Vereins zurückzugreifen, wie beispielsweise die Organisation Ökomarkt Hamburg e.V. oder aber einen Förderverein zu bilden, der als juristische Person greifbar ist und finanzielle Mittel in Empfang nehmen kann. Welche Form das bürgerliche Engagement annehmen wird, werden die Hamburger BürgerInnen selbst entscheiden. Eines war jedenfalls allen TeilnehmerInnen klar: Um echte Wirkkraft zu entfalten, bedarf es auch vor allem einer deutlichen Unterstützung und Kooperation mit der kommunalen Politik.

 

Genau daran mangelt es derzeit aber noch, wie sich schon an der Zusammensetzung des Publikums ablesen ließ. Nur eine einzige Vertreterin der Stadtverwaltung hatte sich angemeldet. Und die war zum allseitigen Bedauern nicht einmal erschienen.

Dabei stünde es doch eigentlich der frisch ernannten „Bio-Stadt“ Hamburg gut an, den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft zu suchen, wie eine Teilnehmerin befand: „Die Stadt könnte doch durch Unterstützung eines Ernährungsrates dokumentieren, dass es sich bei dem Etikett „Bio-Stadt“ um mehr als nur ein Aushängeschild handelt!“  

Eine Feststellung, die beim Publikum auf breite Zustimmung stieß. Eine entsprechende Erklärung war zum Ende der Veranstaltung schnell formuliert. Darin fordern die TeilnehmerInnen den Hamburger Senat auf, „einen offiziellen Ansprechpartner bei der Hamburger Verwaltung zu benennen, der die Arbeit eines Hamburger Ernährungsrates unterstützt und finanzielle Mittel für die Koordination und Entwicklung der Arbeit bereitstellt.“

 

Mit dieser  Forderung liegen die UnterzeichnerInnen ganz auf der Linie der Internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, die den Städten weltweit die  Einrichtung von kommunalen Ernährungsräten empfiehlt.

 

Und hier noch ein Veranstaltungshinweis:
Das nächste Vernetzungstreffen der Initiative „Ernährungsrat Hamburg“ findet statt am Montag den 5.12. 2016
Wo: Markthof, Marktstraße 102 (im Hinterhof), 20357 Hamburg Karolinenviertel
Wann: 19:00 Uhr
Das Thema: Was bedeutet es, dass Hamburg Bio-Stadt wird? Und warum hat Hamburg eigentlich keine Food-Policy? Zum Auftakt wird sich der Ökomarkt e.V. vorstellen und Informationen und Hintergrundwissen über Bio und Stadt liefern. Der Verein verfolgt das Thema schon sehr lange und hat Kontakt zu anderen Bio-Städten wie Nürnberg, Augsburg, München oder Bremen, die schon etwas länger einen verbindlichen Anteil an Bio in der öffentlich ausgeschriebenen Verpflegung vorschreiben. Ziel ist es, aus den Erfahrungen des Ökomarkts e.V. und der anschließenden Diskussion eine Position für den Ernährungsrat Hamburg zu entwickeln.

 

Zum Weiterlesen:

 

- Deutschlandfunk: Regionales Essen für Großstädter

- WDR: Wer sich regional ernährt, ist (k)ein besserer Mensch!

- Taz: "Keine neue Land-Idiotie" - Interview mit Harald Lemke

- Spiegel: Wie sich eine Millionenstadt nur aus dem Umland ernähren kann

 

 

Einladung zur Veranstaltung: Hamburg auf dem Weg zur Ernährungswende - Gutes Essen als lokale Politik!

Hamburg auf dem Weg zur Ernährungswende - Programm und Anmeldung
Hamburg Programm 28 11 2016.pdf
PDF-Dokument [251.0 KB]

Wer bestimmt eigentlich, was auf unsere Teller kommt? Bislang werden die Weichen dafür in Brüssel gestellt. Unter den Argusaugen globaler Konzerne und im Spannungsfeld der internationalen Agrarpolitik. Doch das soll sich in Zukunft ändern. Die Frage, wie wir uns ernähren, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird, soll künftig Bestandteil kommunaler Politik werden – auch in Hamburg.


Noch sind die Lokalpolitiker  hierzulande allerdings weit davon entfernt, sich Gedanken über die Ernährung ihrer Bürger zu machen. Es gibt regionale Bebauungspläne, Sozialpläne Finanzpläne - kommunale Ernährungspläne gibt es bislang noch nicht.


Dabei ist der Trend zu Regional, Bio und Fair unübersehbar. Nach Köln und Berlin formiert sich derzeit auch in Hamburg ein „Kommunaler Ernährungsrat“. Er vertritt die Interessen von Bürgern, die sich nicht ausschließlich auf die Rolle von Konsumenten festlegen lassen wollen. In vielen Städten der Welt existieren bereits Ernährungsräte, auch Food-Policy-Councils genannt. Sie verstehen sich als Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis, als Think Tanks und Impulsgeber, als Netzwerke und Nährboden für Projekte, die Lebendigkeit und Gemeinschaft im gesamten Stadtgebiet stärken.

 

- Warum brauchen wir überhaupt eine Ernährungswende?
- Was macht eigentlich ein Kommunaler Ernährungsrat?
- Wie könnte ein zukunftsfähiges Ernährungskonzept für Hamburg aussehen?
- Welche konkreten Stellschrauben gibt es bei uns vor Ort?
- Wie kann ich mich persönlich einbringen?

 

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der alle an einer Ernährungswende interessierten MitbürgerInnen, Aktivisten und Aktivistinnen eingeladen sind.

 

Wann: Montag, 28.11.2016, von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Wo:  GLS Bank Filiale Hamburg, Düsternstraße 10, 20355 Hamburg
Veranstalter: Institut für Welternährung (IWE)

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung per Email an: ernaehrungswende@institut-fuer-welternaehung.org  

 

Kontakt:
Agnes Streber
Email: agnes.streber@institut-fuer-welternaehrung.org
Telefon: 089716775030, Fax: 089716775031

 

 

Dieses Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Berlin, Köln, München und Hamburg gehen voran Projekt Ernährungswende: Gutes Essen als lokale Politik

Berlin, 5.10.2016

 

Institut für Welternährung fordert kommunalen Masterplan für nachhaltige Ernährung
Umweltbundesamt fördert das außergewöhnliche bundesweite Projekt

 

Wer bestimmt eigentlich, was auf unsere Teller kommt? Bislang werden die Weichen dafür in Brüssel gestellt. Unter den Argusaugen globaler Konzerne und im Spannungsfeld der internationalen Agrarpolitik. Doch das soll sich in Zukunft ändern. Die Frage, wie wir uns ernähren, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird, soll künftig Bestandteil kommunaler Politik werden. Regionale Ernährungskreisläufe sollen den ökologischen Rucksack unserer Ernährung verringern und helfen, die Last an Klimagasen, die von Land- und Ernährungswirtschaft ausgehen, zu reduzieren. Das ist das Ziel des „Projektes Ernährungswende“, das das Berliner Institut für Welternährung (IWE) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt jetzt auf den Weg gebracht hat.
 
Bislang sind Lokalpolitiker hierzulande noch weit davon entfernt, sich Gedanken über die Ernährung ihrer Bürger zu machen. Es gibt regionale Bebauungspläne, Sozialpläne, Finanzpläne - regionale Ernährungspläne gibt es bislang noch nicht.
 
Dabei ist der Trend zu Regional, Bio und Fair unübersehbar. Immer mehr Menschen möchten wissen, woher ihr Essen kommt. Verbraucher beginnen, sich selbst zu organisieren. In den vergangenen Jahren sind so viele Initiativen entstanden. Urban-Gardening-Projekte zählen dazu, ebenso wie Lebensmittelretter, Erzeuger-Verbraucher-Zusammenschlüsse, die Solidarische Landwirtschaft oder die Grünen Kisten.
 
„Die Stärke dieser Bewegung ist ihre Vielfalt, die Schwäche ihre Unübersichtlichkeit und der Mangel an gemeinschaftlicher Organisation“, sagt Wilfried Bommert, Sprecher des IWE.
 
Doch genau das ist wichtig, wenn die Bewegung politische Durchschlagskraft entfalten soll. Ziel des Projektes ist es deshalb, „die Vielfalt der Initiativen sichtbar zu machen und regionale Netzwerke zu fördern, damit diese ihren Einfluss auf die lokale Politik verstärken können“. 
 
Wie das aussehen kann, haben die Städte Köln und Berlin schon vorgemacht. Hier gibt es seit Frühjahr 2016 die ersten „Kommunalen Ernährungsräte“ bundesweit.

 

Nach dem Vorbild der amerikanischen Food Policy Councils haben sich darin Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik zusammengetan, um gemeinsam ein regionales Ernährungskonzept auf die Beine zu stellen. Ein solcher „Kommunaler Masterplan“ sichert nicht nur die urbane Ernährung, sondern trägt darüber hinaus auch zur Klimaentlastung bei.  
 
Tatsächlich gibt es viele kommunale Stellschrauben, wie eine nachhaltige Ernährung vor Ort gefördert werden kann. Das beginnt bei der Ernährung in Kitas und Schulen, geht über die Großküchen von Verwaltungen, Heimen, Krankenhäusern und Hochschulen, bis hin zum Abschluss von Lieferverträgen mit regionalen Landwirten. Dabei geht es auch um politisch höchst brisante Themen wie die Ausweisung von neuen Standorten für lokales Ernährungsgewerbe oder die kommunale Flächenplanung, in der in Zukunft neben lukrativen Wohn-  und Gewerbeimmobilien auch neue Anbauflächen für das Obst, Gemüse und Getreide ihren Platz finden sollen.
 
Im Rahmen des „Projektes Ernährungswende“ fördert und dokumentiert das Institut für Welternährung solche Bestrebungen in insgesamt vier Städten. Neben Köln und Berlin stehen Hamburg und München auf der Agenda. Für Projektleiterin Agnes Streber, Ernährungsinstitut KinderLeicht, haben diese Städte aufgrund ihrer Größe eine besondere Vorreiterfunktion. „Was hier auf die Beine gestellt wird, soll ausstrahlen auf andere Städte und Gemeinden. Nachhaltige Ernährung mithilfe regionaler Ernährungskonzepte in der lokalen Politik verankern, das ist unser erklärtes Ziel!“
 
Vorgestellt werden die Ergebnisse dann im Oktober 2017 anlässlich des Welternährungstages im Rahmen einer nationalen Tagung, auf der alle Stakeholder Gelegenheit haben werden, über ihre Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen.
 
Das Projekt wird vom Umweltbundesamt gefördert und läuft bis Dezember 2017.
 
Kontakt:
Agnes Streber, Projektleitung 
Ernährungsinstitut KinderLeicht   
Pasinger Bahnhofsplatz 3
81241 München
Tel. 089 / 716 77 50 – 30
Email: agnes.streber@institut-fuer-welternaehrung.org

Spendenkonto

Institut für Welternährung e.V.

GLS Bank

IBAN: DE54 4306 0967 1138 5065 00 | BIC: GENODEM1GLS

 

Ihre Spende kann steuerlich geltend gemacht werden

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Mehr im Positionspapier des IWE 7/2014

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