Aktuelles

Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende - Lokale Ernährungskonzepte

Einladung zur 1. Fachtagung am 18. Oktober 2017 im Rahmen des Klimaherbstes in München

 

Die 1. Fachtagung "Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende - Lokale Ernährungskonzepte" findet am 18. Oktober 2017 im Rahmen des Klimaherbstes von 12.30 Uhr bis 18.00 Uhr in der Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Straße 10, 80335 München statt.


Die Frage, wie wir uns ernähren, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird, soll künftig noch mehr Bestandteil kommunaler Politik werden. Das ist das Ziel des Projektes "Ernährungswende", das vom Berliner Institut für Welternährung gemeinsam mit dem Umweltbundesamt auf den Weg gebracht wurde. Es unterstützt die Zivilgesellschaft in Berlin, Hamburg, München und Köln bei der Entwicklung lokaler Ernährungskonzepte.
 

Eingeladen sind VertreterInnen von Ernährungsräten in Aktion und in Gründung, Verbände, Handel, Gastronomie, Landwirtschaft, Handwerk, Forschung, Verwaltung und Politik und alle, die Ernährung auf eine neue regionale Basis stellen wollen.

 

Inhalt und Ziele der 1. Fachtagung "Lokale Ernährungskonzepte":

 

Welche Erfahrungen wurden bisher gemacht, welche Konzepte entwickelt, welche Netze gesponnen, welche Bündnisse geschmiedet, welche Schwierigkeiten überwunden, welche Lehren können aus den vier Projektstädten Berlin, Hamburg, München und Köln gezogen werden. Sie haben Gelegenheit, sich zu informieren, engagieren und mit anderen Interessierten auszutauschen und zu vernetzen.


Programm der 1. Fachtagung "Lokale Ernährungskonzepte":

 

12:30 Uhr    Begrüßungskaffee & Akkreditierung


13:00 Uhr    Begrüßung

                    Agnes Streber (Projektleitung, Ernährungsinstitut KinderLeicht, München)

                    Dr. Wilfried Bommert (Vorstand Institut für Welternährung, Berlin)


13:15 Uhr    Bedeutung Regionaler Ernährungskreisläufe

                    Almut Jering (Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau)


13:40 Uhr    Food First - produktive Flächen für die Ernährungssouveränität von     

                    Metropolen

                    Michael Böhm (Projektleiter Ecozept GbR, Freising)


13:55 Uhr    Erfahrungsbericht des Ernährungsrates München

                    Jürgen Müller (Rechtsanwalt und Vorstand im Kartoffelkombinat - der

                    Verein e.V., München)


14:15 Uhr    Erfahrungsbericht des Ernährungsrates Hamburg

                    Apl. Prof. Dr. habil. Harald Lemke (Mit-Initiator des Ernährungsrates

                    Hamburg)


14:35 Uhr    Erfahrungsbericht des Ernährungsrates Köln

                    Frank Bowinkelmann (freier Journalist, Autor und 1. Vorsitzender des

                    foodsharing e.V., Köln)


14:55 Uhr    Erfahrungsbericht des Ernährungsrates Berlin

                    Lea Kliem (Mit-Initiatorin des Ernährungsrates Berlin)


15:15 Uhr    Kaffee-/ Tee-Pause mit Snacks

                    Vernetzung und Austausch


15:30 Uhr    Ernährungskonzepte Werkstatt: Vier interaktive Stationen, um selbst tätig zu

                    werden, je 30 Minuten


•    Bisherige Erfahrungen mit Ernährungsräten
•    Welche Herausforderungen stellen sich?
•    Zukunftsvisionen – wo geht es hin?
•    Welche Strukturen und Ressourcen braucht ein Ernährungsrat?

 

17:30 Uhr    Lokale Ernährungskonzepte -  wie geht es weiter?

                    Agnes Streber (Projektleitung, Ernährungsinstitut KinderLeicht, München)

                    Dr. Wilfried Bommert (Vorstand Institut für Welternährung, Berlin)


18:00 Uhr    Ende der 1. Fachtagung

                    Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende: Lokale

                    Ernährungskonzepte

 

Moderation: Harald Ulmer, Dipl.-Pol. Uni.

 

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Wir bitten Sie jedoch, 5 Euro Verpflegungspauschale in bar mitzubringen. Damit wir besser planen können und da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine schriftliche Anmeldung per Fax oder Email bis zum 11.10.2017 erwünscht. Nähere Informationen zur Anmeldung finden Sie im PDF Download.

 

Neuer Ernährungsrat in Frankfurt gegründet

Global denken, lokal handeln

 

Gemeinsam mit Vertretern von Transition Town Frankfurt, Slow Food, Echt Hessisch, der SOLAWI Frankfurt, dem Umweltdezernat und Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main wurde der Ernährungsrat für Frankfurt am 30. August 2017 gegründet. Der Verein Bürger für regionale Landwirtschaft & Ernährung fungiert als Träger des Ernährungsrates.

 

Mit der Erlangung unserer Ernährungssouveränität möchte der Ernährungsrat nicht nur für den Konsum guter Lebensmittel eintreten, sondern vor allem für Lebensmittel aus regionaler und saisonaler Produktion, die im Vordergrund stehen sollen. Der Ernährungsrat Frankfurt wird sich mit den Themen der Ernährung beschäftigen, die durch die aktiven Bürger*innen gewünscht werden. Ziel ist hierbei ein großes Netzwerk Aktiver zu schaffen.

 

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

 

Ernährungsdemokratie jetzt! Erster Kongress zur Vernetzung der Ernährungsräte

10.-12. November 2017 in der Alten Lohnhalle, Essen

 

Quelle: Taste of Heimat e.V.

Die bestehenden Ernährungssysteme sind kein Naturgesetz – wir können sie ändern! In lokalen Ernährungsräten oder ähnlichen Initiativen können wir mitbestimmen, wie unser Essen produziert, verteilt und verwertet wird, und wir können auch die Ernährungspolitik aktiv beeinflussen.

 

Die ersten beiden Ernährungsräte im deutschsprachigen Raum sind 2016 in Berlin und Köln entstanden. In vielen weiteren Städten und Regionen im deutschsprachigen Raum gibt es Pläne für ähnliche Initiativen. Wir wollen uns gegenseitig inspirieren und voneinander lernen.

 

Als Auftakt für ein dauerhaft tragfähiges Lern- und Aktionsnetzwerk soll das Wochenende uns dabei unterstützen, selbständig Ernährungsräte zu gründen und weiter zu entwickeln. Lasst uns jetzt gemeinsam beginnen mit dem nötigen Wandel – denn Ernährungsdemokratie geht uns alle an!

 

Vorläufige Kurzfassung des Programms:

  • Freitag Abend: Pioniergeist – von anderen Ernährungsräten lernen (mit internationalen Referent*innen).
  • Samstag Vormittag: Los geht’s – Kennenlernen der verschiedenen Ernährungsinitiativen im deutschsprachigen Raum und Infomarkt
  • Samstag Nachmittag: Do It Yourself – Welche Erfahrungen bringen uns weiter, welche Hürden müssen überwunden werden, was motiviert und inspiriert uns
  • Samstag Abend: Party – Ernährungsouveränität feiern!
  • Sonntag Vormittag: Lessons Learned – Was haben wir gelernt, welche Ressourcen haben wir, welche weiteren brauchen wir?
  • Sonntag Nachmittag: Zukunftspläne schmieden – wie machen wir gemeinsam weiter?

Das komplette Programm finden Sie demnächst hier, wer sich jetzt schon anmelden oder bei der Vorbereitung mitarbeiten möchte, schreibt bitte an anmeldung@tasteofheimat.de

 

Köln geht voran: Ernährung wird Teil lokaler Politik

Stadt unterstützt Ernährungsrat mit jährlich 50.000 Euro

 

Als erste Stadt in der Bundesrepublik hat sich Köln entschlossen seine Ernährung wieder zum Teil der lokalen Politik zu machen. Der Rat beschloss am 11. Juli 2017 den „Ernährungsrat Köln und Umgebung“ mit 50.000 Euro jährlich zu unterstützen.


Den Zuschuss erhält der Gemeinnützige Verein „Taste of Heimat“, der die Entwicklung eines regionalen Ernährungskonzepts für die Domstadt seit 2015 vorantreibt. Das Institut für Welternährung (IWE) gratuliert dem Initiator und IWE-Mitglied Valentin Thurn herzlich zu diesem Erfolg.


„Köln setzt damit Maßstäbe für die Zusammenarbeit von Bürgern, Wirtschaft, Verwaltung und Politik bei der Entwicklung einer neuen und nachhaltigen Ernährungsstrategie“, erklärt Dr. Wilfried Bommert, der Sprecher des IWE. Die Domstadt profiliere sich mit diesem Beschluss als Vorreiter für die Regionalisierung der Ernährung in Deutschland. Sie ist damit Ansporn für einen neue deutsche Ernährungsbewegung, die „Regional, Bio und Fair“ zum Maßstab zukünftiger Ernährungskonzepte macht.

 

Auch in Berlin, Hamburg und München sammelt sich die Zivilgesellschaft, um ihre Ernährung zurück in ihre Region zu holen. Mittlerweile verfolgen Initiativen in mehr als 20 weiteren Städten in der Bundesrepublik ähnliche Konzepte.

Das Institut für Welternährung unterstützt diese Entwicklung im Rahmen seines Projekts „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“, das von Umweltbundesamt und dem Umweltministerium in Berlin gefördert wird.

 

Weitere Informationen zum Ernährungsrat Köln und Umgebung finden Sie hier.

 

Hamburg auf dem Weg zur Ernährungswende – Gutes Essen als lokale Politik!

Projektbericht, Agrar Info Juni 2017

 

Wer bestimmt eigentlich, was auf unsere Teller kommt? Bislang werden zahlreiche Weichen dafür in Brüssel gestellt. Unter den Argusaugen globaler Konzerne und im Spannungsfeld der internationalen Agrarpolitik. Doch das soll sich in Zukunft ändern. Die Frage, wie wir uns ernähren, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird, interessiert weltweit immer mehr Menschen. Sie fordern, dass Ernährung künftig Bestandteil der kommunalen Politik werden soll.


Diese Bewegung begann vor 35 Jahren in Nordamerika. Mittlerweile sorgt sie in mehr als 270 Städten, 212 in den USA und 60 in Kanada dafür, dass mehr Lebensmittel wieder im Dunstkreis der Städte angebaut und verarbeitet werden und, dass die Bürger dabei in Form von Food Policy Councils beratend mitbestimmen. Gemeinsam mit ihren Bürgermeistern und Stadträten holen sie das Essen wieder in die Städte zurück. Über Bauernmärkte, Kantinen, Catering, Schulküchen und auch über die großen Lebensmittelketten stärken sie die Bauern, die im Umkreis der Städte ackern und nicht die, die wie in den USA üblich, in 1000 Meilen Entfernung anbauen.


Der Einfluss der BürgerInnen geht bis in die Schaltzentralen der lokalen Politik. In Toronto, Kanada, geht kein Beschluss mehr durch den Stadtrat, der nicht vorher auf seine Folgen für die Stadternährung geprüft wurde. Wie mit den Flächen in der Stadt umgegangen wird, ob sie für Industrie, Wohnungsbau oder die Ernährung reserviert werden, unter der „Foodlence“ der Bürgerschaft werden die Konflikte aufgedeckt und dann politisch verhandelt.


Deutschland hat diese Bewegung erst sehr viel später erreicht. Seit 2014 beginnt sich die Zivilgesellschaft in Form von Ernährungsräten zu formieren. In Köln schlossen die Bürger im März 2016 einen Kontrakt, an dem auch die Stadtverwaltung, allen voran die Oberbürgermeisterin Henriette Reker, beteiligt ist. In Berlin gründete die Zivilgesellschaft im April 2016 ihren Ernährungsrat, hier allerdings ohne Beteiligung der Politik. Am 28. November 2016 lief als dritte Gründung der Zivilgesellschaft in Deutschland der Ernährungsrat in Hamburg vom Stapel, auch hier ohne Beteiligung der Stadt.


Wie eine Studie des Instituts für Welternährung (IWE) Berlin zeigt, sind in Hamburg mehr als 90 Organisationen aktiv. Ihre Stärke, so das Ergebnis der Studie, ist ihre Vielfalt, ihre Schwäche ist die Unübersichtlichkeit und der Mangel an gemeinschaftlicher Organisation. Doch genau das sollte sich mit dem Treffen ändern, zu dem das Institut für Welternährung unter dem Dach der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken in Hamburg eingeladen hatte.


Es kamen mehr als 80 interessierte BürgerInnen und AktivistInnen aus den unterschiedlichsten Hamburger Initiativen und Organisationen, darunter Agrar Koordination, Slow-Food Hamburg, Ökomarkt Hamburg e.V., Reginalwert AG Hamburg, das Netzwerk Öko-Landbau Schleswig-Holstein, auch die Studentinnen und Studenten wollten bei der Neuausrichtung der Hamburger Ernährungspolitik mitwirken.


Als eine mögliche Plattform in Hamburg bot sich die Initiative „Ernährungsrat Hamburg“ an, die ursprünglich aus der Urban-Gardening Bewegung hervorgegangen ist. Das Treffen in Hamburg war ein Meilenstein im Projekt: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“. Gefördert vom Bundesumweltamt wird darin die Zivilgesellschaft in vier deutschen Metropolen (Berlin, Köln, Hamburg und München) dabei unterstützt, regionale Ernährungskonzepte zu entwickeln. Das scheint nach Köln und Berlin nun auch in Hamburg geglückt zu sein. Jedoch um echte Wirkkraft
zu entfalten, bedarf es auch vor allem einer deutlichen Unterstützung und Kooperation mit der kommunalen Politik. Doch der Kontakt zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik muss erst wachsen.


Was im Rheinischen Köln mit leichter Hand gelang, brauchte in Berlin schon mehr Anlauf. Der Ernährungsrat lud als eine seiner ersten Amtshandlungen die Parteien ein, um mit ihnen im Vorfeld der Senatswahl die Frage eines Ernährungskonzepts für die Hauptstadt zu diskutieren. Mit Erfolg. Im Koalitionsvertrag des neuen Senats steht nun die Forderung nach einer regionalen Ernährungspolitik und als Ansprechpartner dafür der Ernährungsrat der Stadt. Das Politische im Essen wurde auch im März dieses Jahres in München entdeckt. Dort fanden sich mehr als 70 Interessierte zu einem Vernetzungstreffen zusammen. Auch in Kiel und Kassel rumort es in der Bürgergesellschaft.


Doch nicht nur in den großen Städten macht das Beispiel der Ernährungsräte Schule, auch in kleineren Kommunen wie dem Bayrischen Leutkirch findet es Nachahmer. Gemessen an der Entwicklung in den USA mit über 200 Ernährungsräten steht die Regionalisierung der Ernährung in Deutschland erst am Anfang. Doch sie ist unumgänglich. Daran lässt die Entwicklung keinen Zweifel. Der Klimawandel gefährdet die Ernten weltweit. Weite Transportwege werden wir uns wegen der damit verbundenen Klimabelastung immer weniger leisten können. Hinzu kommt: die Fundamente unserer Ernährung, Boden Wasser und Artenvielfalt, schrumpfen und dies bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Unsere scheinbar so selbstverständliche Versorgung ist längst nicht mehr so sicher, wie wir glauben. Der Lebensmittelvorrat in unseren Städten reicht heute gerade noch für 3 Tage.


Das alles verlangt ein Umdenken. Wir brauchen neue Ernährungskonzepte, die Zukunft der Ernährung liegt in der Region, öko und fair. Für Harald Lemke, dem Hamburger Gastrosophen, steht fest: „Unser Essen ist politisch“. Ernährung ist längst keine Privatsache mehr, sie muss als „gesellschaftliches Megathema“ behandelt werden.


Dr. Wilfried Bommert, Vorstand, Institut für Welternährung

Agnes Streber, Ernährungsinstitut KinderLeicht München

 

Agrar_Info_212_TAZ-Beilage.pdf
PDF-Dokument [757.1 KB]

Spendenkonto

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GLS Bank

IBAN: DE54 4306 0967 1138 5065 00 | BIC: GENODEM1GLS

 

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Mehr im Positionspapier des IWE 7/2014

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