Insekten weg - keiner Schuld?

Kommentar von IWE-Sprecher Wilfried Bommert

 

Quelle: Flickr CC BY-NC-SA 2.0

Sie sind weg! Mücken, Fliegen, Käfer, wilde Bienen, bunte Falter. Die Zahl der Insekten in Deutschland ist in den vergangenen 27 Jahren um mehr als 75% zurückgegangen. Das bestätigt eine aktuelle Langzeitstudie. Was schon lange angekündigt, scheint nun wahr zu werden, der stumme Frühling kommt.

 

Wer ist schuld? Wir nicht, tönt die Lobby der Feldspritzen und Düngerstreuer. Wir nicht, echot es aus den Konzernen, die mit Insektiziden ihre Gewinne machen. Achselzucken bei den Verantwortlichen der Politik. So What? War’s nicht vielleicht der Klimawandel, das Extremwetter? Ausweichmanöver, wie wir sie kennen.


Bleiben wir hartnäckig. Könnte es sein, dass es die üblichen Verdächtigen sind, die nicht nur die Insekten auf dem Gewissen haben, sondern auch tatkräftig den Treibhauseffekt befeuern? Es sind die, die mit gutem Gewissen in den luftdicht verriegelten Kabinen ihrer Schlepper sitzen und auf endlosen Äckern den Spritzplan ihrer Chemiekonzerne abarbeiten. Mitläufer im großen Agromonopoly. Sie wollen dabei sein, wenn die großen Ernten eingefahren werden. Wissen Sie nicht, dass sie

die Grundlagen dafür selbst zerstören?

 

Insekten, dass sind die, die dafür sorgen, dass wir Äpfel und Birnen essen können, Honig ernten, dass Singvögel satt werden. Ohne sie droht Kettenbruch in der Nahrungskette, auch in der unseren. Was davon wissen die, die da oben in den Schleppern sitzen? Fehlanzeige, wer in die Lehrpläne deutscher Landwirte schaut, wundert sich nicht mehr. Soviel Unwissen. Aber das schützt vor Strafe nicht, wie wir wissen. Und Insekten erteilen keine Absolution! Wenn der stumme Frühling kommt, werden wir vergeblich

auf die Insekten, die Bienen und die Vögel warten, vor leeren Tellern.

 

IWE Berlin, 19.10.2017

 

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