Wiederbegrünung Afrikas für Umweltschutz und Nahrungssouveränität

Bäume und Büsche als wertvolle Ergänzung für landwirtschaftliche Flächen

Nach einem Artikel von David Brown erschienen auf Mongabay, 12.08.2015

 

Eine kürzlich erschienene Studie zeigt, dass die Integration von Bäumen und Büschen in landwirtschaft-lich genutzten Flächen Afrikas nicht nur ein Gegengewicht zu übermäßiger Abholzung bilden könnte. Neben zunehmender Nahrungssouveränität wurden auch andere positive Effekte wie demographische Stabilisierung und wirtschaftliche Stärkung aufgezeigt.

 

Um mehr Ackerfläche zu gewinnen, wurden viel Wäldflächen in Afrika abgeholzt. Auswirkungen davon sind u. a. zunehmende Bodenerosion, denn Bäume halten Winde ab und Wurzeln geben dem Boden Halt. Ohne Bäume geht zudem der Nährstoffgehalt des Bodens zurück, weil organisches Material wie Blätter fehlen, um die Erde zu bereichern. Erneuerbare Energien und Materialien verschwinden ebenfalls mit den Bäumen zugunsten von Ackerfläche.

 

Die Wissenschaftler Chris Reij und Robert Winterbottom haben Versuche des "Regreening" – der Wiederbegrünung und Wiederaufforstung – begleitet und in dem Bericht Scaling up Regreening: Six Steps to Success. A Practical Approach to Forest and Landscape Restoration (Wiederbegrünung verstärken: 6 Schritte zum Erfolg. Ein praktischer Ansatz, Wälder und Landschaften wiederherzustellen) zusammengefasst.

 

Ziel des Berichts ist es, Grundlagen für Landwirtschaft, Regierungen und NGO zu schaffen, um eine umfassende Wiederbegrünung voranzutreiben. Es handele sich dabei um eine praktische und kostengünstige Methode, um Bodenverlust, ländlicher Armut, Hunger und Konsequenzen des Klimawandels zu begegnen. 

 

Die Autoren nutzen Seno Plein in Mali als Fallbeispiel für großangelegte Wiederbegrünung. Die entwaldete Region in Westafrika wurde um 450.000 Hektar Baum- und Buschflächen bereichert. Der Großteil dieser Begrünung wurde von sogenannter "farmer-managed natural regeneration" (FMNR) als natürliche Wiederherstellung durch selbstverwaltete Landwirte geleistet, d. h., bestehende Waldflächen, Wurzelwerk und Samen wurden so weit geschützt, dass sich die Waldflächen natürlich zurückbilden konnten.

 

"2001 haben wir in einer Studie Dörfer verglichen, die in Agroforstwirtschaft und Wasserspeicherung investiert haben und die dies nicht getan haben. Die demographischen Konsequenzen waren offenkundig: Rückgang der Bevölkerung ohne den Einsatz (bis auf eine Ausnahme) und demographischer Wachstum in investierenden Dörfern." so Reij.

 

Neben Mail werden auch Beispiele in Äthiopien, Malawi und der Sahel-Region Nigers besprochen. "Ich bin überzeugt, dass es in nahezu allen Regionen Afrikas, die dicht besiedelt sind und wo Landwirtschaft auf engstem Raum betrieben wird, Möglichkeiten gibt, Agroforstwirtschaft zu entwickeln."

 

Reij habe auch ein wachsendes Interesse an der Wiederbegrünung festgestellt. Zu einer Konferenz im April in Malawi kamen 560 Teilnehmer vieler afrikanischer Länder. Dennoch sei die Wiederbegrünung bisher kein Schwerpunktthema für die meisten Programme. 

 

 

IWE Berlin, 18.09.2015

 

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