Spektrum: Tradition schlägt Gentechnik

Natasha Gilbert über die Erfolgschancen altmodischer Züchtungsmethoden

 

Foto: Toby Hudson, CC BY-SA 3.0

"Jonathan Lynch [...] möchte herausfinden, warum einige Pflanzenexemplare dem Boden so außergewöhnlich gut Nährstoffe entziehen können. Mit diesem Wissen wäre er in der Lage, Pflanzen mit besonders effizienten Wurzeln zu züchten – Nutzpflanzen etwa, die auf den nährstoff-verarmten Böden der Entwicklungsländer gut gedeihen oder mit deren Hilfe man den Düngemitteleinsatz in reicheren Ländern erheblich reduzieren könnte.

 

[...] Seine Arbeit hebt sich dabei in besonderer Weise ab, denn der Wissenschaftler bedient sich einer Methode der alten Schule. Damit läutet er die Renaissance konventioneller Zücht-ungsverfahren ein, bei denen zunächst die physischen Merkmale einer Pflanze aufwändig untersucht werden, um dann nach wünschenswerten Eigenschaften, wie beispielsweise Wachstum oder Länge der Feinwurzeln, zu selektieren.

 

[...] Bis heute ist noch keine transgene Nutzpflanze auf den Markt gekommen, die nur wenig bis gar keinen Dünger benötigt – eine Tatsache, die viele landwirtschaftliche Organisationen auf der ganzen Welt gerade zum Anlass nehmen, um ihre biotechnologischen Forschungsan-sätze auf diesem Gebiet noch einmal neu zu überdenken."

 

Dem gegenüber stellt Gilbert aber auch die (Teil-)Erfolge bei der Entwicklung widerstands-fähiger transgener Nutzpflanzen. Dennoch: "Bei transgenen Versuchsansätzen besteht eine wesentliche Herausforderung darin, dass Eigenschaften, wie zum Beispiel die effiziente Nährstoffverwertung, von einem komplexen Netzwerk unterschiedlicher Gene gesteuert werden, die sowohl untereinander als auch mit der Umwelt in Wechselwirkung stehen."

 

 

IWE Berlin, 29.06.2016

 

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