Soja-Wunder auf deutschen Äckern?

Immer mehr deutsche Landwirte bauen gentechnikfreies Soja an

Soja, vor allem als Tierfutter sehr gefragt, wächst bisher fast ausschließlich in Asien und Südamerika, d. h. es muss importiert werden und stammt aus riesigen Monokulturen, für die Regenwaldflächen weichen müssen. Zudem ist es dieses Soja oft gentechnisch verändert.

 

Daher liebäugeln nun immer mehr deutsche Landwirte mit dem Anbau der Pflanze auf heimischen Flächen. Es handele sich um eine regelrechte "Wunderbohne", so der Biolandwirt Reinhard Kamp im Interview mit der ZEIT. Die Pflanze liefere nicht nur viele Proteine, sondern stärke Böden und binde Stickstoff: 

 

"Wer ab und an Soja auf seinen Feldern anbaut, kann bei der nächsten Getreideernte höhere Erträge erzielen. Dafür gibt es sogar Subventionen: Die Europäische Union zählt Soja-Äcker zu den 'ökologischen Vorrangflächen'. Das bringt 87 Euro Greening-Prämie pro Hektar. Die bekommt normalerweise nur, wer seine Felder brach liegen lässt, damit sich die Böden regenerieren können.

 

Für Biolandwirte wie Kamp ist der Anbau von stickstoffbindenen Pflanzen besonders wichtig, weil ihnen künstlicher Phosphordünger verboten ist. Auch deshalb hat sich Kamp dem Deutschen Sojaförderring angeschlossen."

 

Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) haben sich die kleinen Anbauflächen in den letzten 3 Jahren verdoppelt. Doch die Pflanze reagiert sensibel auf das deutsche Klima und ist anfällig für Krankheiten. Deswegen wird auf 120 Demonstrationsbetrieben in Deutschland noch geforscht - mit Hilfe üppiger Subventionen durch das BMEL. Schließlich wächst die Angst vor dem zunehmenden Fleischkonsum Chinas. Deutschen Tieren könnte also bald schon das Futter ausgehen - bisher reicht das deutsche Soja nur für Bio-Tofu.

 

 

IWE Berlin, 02.01.2016

 

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