Neue Grüne Revolution verstärkt Armut

Studie über fehlgeleitete Hilfsmaßnahmen im subsaharischen Afrika

© CIAT, Bildserie: Understanding Nutrition in Rwanda

Eine weitere Grüne Revolution soll in den subsahar-ischen Ländern Afrikas Hunger und Armut bekämpfen. Doch obwohl kurzfristige Erfolge durch erhöhte Ernte-erträge zu verzeichnen sind, ist abzusehen, dass Armut langfristig verstärkt wird.

 

Zusammen mit internationalen Geldgebern wie dem Internationalen Währungsfond hat u. a. die ruandische Regierung ein "Crop Intensification Program" gelauncht, dass möglichst schnell mit Hilfe von Spezialisierung auf sogenannte "Cash Crops" (z. B. leicht verkäufliche Getreidesorten) sowie ausgewähltem Saatgut, Mineraldünger und Krediten die Ernten und Einnahmen steigern soll.

 

90 % der subsaharischen Bevölkerung sind Kleinbauen, die bisher mit traditionellen Anbau-methoden arbeiten. Einem geringen, vergleichsweise wohlhabenden Teil dieser Bauern wird nun das Ernte-Intensivierungsprogramm (Crop Intensication Program) übergestülpt, während ein großer Teil der armen LandwirtInnen das finanzielle Risiko der Kredite nicht tragen kann. Wenige wachsende Farmen verdrängen aber jene kleinen Farmen, die nicht mehr wettbe-werbsfähig sind bzw. sogar die landwirtschaftliche Selbstversorgung aufgeben müssen, wenn Landbesitz durch Großfarmen gefährdet wird.

 

Statt also umfassend zu helfen, befördern Programme wie die New Alliance for Food Security and Nutrition ein Zerbrechen der Gesellschaft in Ärmer und Reicher. Vgl. dazu auch: Anja Humburg, Wilfried Bommert: UNTER FALSCHER FLAGGE? Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition

 

Neil Dawson et al. der Universität von East Anglia haben in der Studie Green Revolution in Sub-Saharan Africa: Implications of Imposed Innovation for the Wellbeing of Rural Smallholders diese Zusammenhänge am Beispiel Ruandas analysiert. Darin kritisieren sie die Kurzsichtigkeit dieser Maßnahmen und fordern deren strengere Prüfungen auch von Seiten der Regierungen. Sie empfehlen Sicherung von Landflächen auch für die ärmere Bevölkerung, die Stärkung traditioneller Anbauweisen und allenfalls eine freiwillige und schrittweise Modernisierung der Landwirtschaft.

 

IWE Berlin, 24.02.2016

 

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