UN veröffentlicht ersten Entwurf zu nachhaltigen Entwicklungszielen

Im September 2015 laufen offizell die Milleniums-Entwicklungsziele der UN von 2000 aus. Diese sollen dann von den nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals SDG) fortgesetzt werden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurden diese 17 Ziele vorformuliert und nun in einem Erstentwurf, dem Zero Draft mit Unterpunkten ergänzt. Entstanden ist ein Programm von 169 (Unter-)Zielen.

 

Neben der Beseitigung von Armut, dem Zugang zu Bildung und dem Erhalt von gefährdeten sowie der Wiederherstellung von zerstörten Ökosystemen bildet die Beendigung des Welthungers einen Schwerpunkt: Punkt 2 der SDG hier exklusiv mit Unterpunkten auf Deutsch, das gesamte Dokument (Zero Draft, Englisch) darunter als PDF:

 

 

2. Hunger soll beendet, Ernährung gesichert bzw. die Versorgung mit Nährstoffen verbessert werden. Zudem soll nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden.

 

2.1 Bis 2030 soll Hunger beendet sein. Für alle Menschen soll die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sicher gestellt sein.  

 

2.2 Bis 2030 sollen alle Formen der Mangelernährung beendet sein. Zudem sollen bis 2025 die international vereinbarten Ziele erreicht werden, wonach Kinder, heranwachsende Mädchen, schwangere bzw. stillende Frauen und Ältere mit den für sie besonders notwendigen Nährstoffen versorgt werden müssen. 

 

2.3 Bis 2030 soll die Landwirtschaft ihre Erträge bzw. sollen kleinständige Lebensmittelproduzenten ihre Umsätze verdoppeln. Dies betrifft insbesondere Frauen, indigene Bevölkerungsgruppen, Familienbetriebe, HirtInnen und FischerInnen. Ihnen soll der sichere und gleichberechtigte Zugang zu Land und anderen notwendigen Ressourcen (Wissen, Finanzdienstleistungen, Märkten, Gelegenheit zur Wertschöpfung und nicht-landwirtschaftlicher Arbeit) gewährleistet werden.  

 

2.4 Bis 2030 sollen Konzepte für eine nachhaltige und widerstandsfähige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion etabliert werden, mit denen Produktion und Ertragsfähigkeit gesteigert und zugleich Ökosysteme erhalten werden. Es müssen Voraussetzungen geschaffen werden, mit denen den veränderten Bedingungen durch den Klimawandel (extreme Wetterlagen, Dürren, Fluten und andere Katastrophen) begegnet werden kann. Die Bodenqualität muss hierzu verbessert werden.


2.5 Bis 2020 soll die genetische Vielfalt von Samen, Kulturpflanzen und Nutztieren sowie deren freilebenden Artgenossen sicher gestellt und durch Saatgut-Banken auf nationalem, regionalem und internationalem Level verwaltet werden. Dabei soll der faire und gleichberechtigte Zugang zu genetischen Ressourcen in Verbindung mit tradiertem Wissen gesichert werden.

 

2.a Investitionen sollen insbesondere durch internationale Zusammenarbeit verstärkt werden u. a. hinsichtlich ländlicher Infrastruktur und landwirtschaftlicher Forschung.

 

2.b Handelseinschränkungen und -ungleichgewichte auf dem Weltagrarmarkt sollen ausgeglichen und verhindert werden u. a. durch gleichzeitige Beendigung aller Formen von landwirtschaftlichen Export-Subventionen und Exportregelungen mit gleichwertigem Effekt in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Doha-Runde.

 

2.c Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, die die Stabilität von Lebensmittelmärkten sicher stellen und den zeitnahen Zugang zu Marktinformationen erleichtern, u. a. um extreme Schwankungen von Lebensmittelpreisen zu verhindern.

 

 

Zero draft of the outcome document for the UN Summit to adopt the Post-2015 Development Agenda 

 

IWE Berlin, 19.06.2015

 

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