Na denn Prost!

Kommentar von Wilfried Bommert

Das Umweltinstitut München hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass in 14 beliebten Biersorten Reste des Pestizidwirkstoffes Glyphosat zu finden sind. Das Bundesamt für Risikobewertung sieht darin kein Risiko. Erst wer tausend Liter davon trinkt, wäre gefährdet. Wilfried Bommert kommentiert:

 

 

 

 

Na denn Prost!

 

Eintausend Liter Bier, wer trinkt schon so viel auf einmal. Selbst auf der Wiesn braucht es dafür eine stattliche Männertruppe. Auch wenn im Bier die Überreste des Pestizidwirkstoffes Glyphosat zu finden sind, wie das Münchener Umweltinstitut behauptet,  so ist dies immer noch kein Grund zur Panik. Schließlich ist es doch so wenig, dass es kein Unkraut beeindrucken würde. Und ein bayrisches Mannsbild sowie nicht. Auch wenn der Wirkstoff im Verdacht steht, wahrscheinlich Krebs beim Menschen zu verursachen, man soll sich nicht gleich irre machen lassen. Schließlich sagt unsere Deutsche Behörde für Lebensmittelsicherheit das genaue Gegenteil: Wahrscheinlich nicht krebserregend! 

 

Wahrscheinlich? Wie wahrscheinlich? Was wissen wir wirklich und was vermuten wir nur?  Wenn wir zum Beispiel nicht nur Bier mit Resten von Glyphosat trinken, sondern auch eine Brotzeit dazu verzehren mit ordentlichem deutschen Brot? Auch im Brotgetreide sei Glyphosat zu finden, sagen die Experten. Und dann noch einen Pfanne Bratkartoffeln und dazu einen deftigen Salat und dazu noch eine Bratwurst und eine Brezel und dann noch ein ordentliches Apfelkompott und jedes hat einen Rest von irgendwas – von Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden, Antibiotika, Leistungsförderern?  Jedes für sich vollkommen ungefährlich, unbedenklich und wahrscheinlich nicht krebserregend!

 

Aber alle zusammen? Und die treffen dann in unserer Blutbahn auf die Betablocker, Anti- allergika, Hustentropfen, Beruhigungsmittel und Antibiotika? Was dann? Vielleicht braucht es dann gar nicht 1000 Liter Bier, um der Gesundheit einen Schlag zu versetzen.
Vielleicht reicht dann auch eins aus? Und wenn das so wäre, wäre dann nicht auch ein Rest von Glyphosat einer zu viel? 

 

Wer weiß das schon? Na denn Prost!

 

IWE Berlin, 26.02.2016

 

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