Glyphosat: EU-Kommission empfiehlt Verlängerung der Zulassung um 15 Jahre

Umstrittenes Herbizid in den 14 meistverkauften deutschen Biersorten nachgewiesen

Die EU-Kommission hat sich überraschend frühzeitig entschieden, den EU-Mitgliedsstaaten eine weitere Glyphosat-Zulassung zu empfehlen.

 

Im letzten Jahr war nach der WHO-Einschätzung des Herbizids als "wahr-scheinlich krebserregend" (Glyphosate Monograph, S. 78) und dem zögerlichen Verhalten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Debatte entflammt, die leider ernüchternd für GegnerInnen des Pestizids ausfiel.

 

Die nun bekannt gegebene Empfehlung der EU-Kommission über die Verlängerung der Zulassung ist ein zusätzlicher Dämpfer, denn die EU-Kommission schlägt zudem vor, die Zulassung bis 2031 zu verlängern. Die Behörde berücksichtigt dabei nicht einmal die Einschränkungen, die die EFSA gemacht hatte, kritisiert der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion Martin Häusling:

 

"Die EU-Kommission verstößt gegen das Vorsorge-Prinzip. Sie wirft alle Bedenken von Wissenschaftlern über Bord und schlägt eine uneingeschränkte Verlängerung der Zulassung für die kommenden 15 Jahre vor. Das meist verwendete Pestizid gilt als gesundheitsschädlich und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Kommission hat offenbar nicht die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Blick, sondern die Interessen der Agrarindustrie wie die des Herstellers des Pestizids Monsanto."

 

Die WHO-Einstufung wird damit vollständig auf Eis gelegt. Scheinbar gilt wie so oft, dass erst dann Handlungsbedarf entsteht, wenn sich negative Konsequenzen nicht mehr ignorieren lassen.

 

Fast zeitgleich mit der EU-Kommissions-Empfehlung wurde nun bekannt, dass Glyphosat in den 14 meistverkauften deutschen Biersorten nachgewiesen werden konnte. Auch hier gibt das BfR Entwarnung, doch vielleicht funktioniert eine emotionale Hebelwirkung beim Bier besser als bei der Muttermilch (bei der ebenfalls das BfR kürzlich die Entwarnung verant-wortete). 

 

IWE Berlin, 25.02.2016

 

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