Ernährungsreport 2016: Hat das BMEL geschummelt?

Foodwatch sieht Umfrageergebnisse falsch widergegeben

Foodwatch, der Lebensmittel- und VerbraucherInnen-Verein, hat beim neuen Ernährungsreport 2016 des BMEL ganz genau hingesehen: die (zuerst) nicht-veröffentlichten Originaltabellen und -Fragestellungen des Meinungsforschungsinstituts Forsa, auf denen der Ernährungsreport basiert, wurden demnach nicht als objektive Bestandsaufnahme widergegeben. Laut foodwatch seien Ergebnisse unterschlagen worden, sachlich falsche Angaben in den Fragestellungen gemacht und die Befragten mit suggestiven Formulierungen oder durch die Vorgabe von Antwortmöglichkeiten geleitet. Zudem seien für eine Grafik manipulativ-verzerrte Größenverhältnisse gewählt worden.

 

So geht zum Beispiel aus den Forsa-Tabellen (Frage 18/Folie 145) hervor, dass 83 Prozent der Befragten eine klare Gentechnikkennzeichnung „sehr wichtig“ oder „wichtig“ wäre. Im Ernährungsreport wird dies mit keinem Wort erwähnt. Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD ursprünglich auf eine bessere, verpflichtende Kennzeichnung von Agrargentechnik auch bei Tierprodukten verständigt – mittlerweile hat sich die Koalition davon aber verabschiedet.

 

Laut foodwatch ermögliche dies dem Ministerium den Verzicht auf regulative Vorgaben. Stattdessen begnüge es sich mit laschen Selbstverpflichtungen, die mit den Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft zusammen entwickelt worden seien.

Einen deatillierten Abgleich sowie die Originaldokumente finden Sie hier.

 

IWE Berlin, 23.01.2016

 

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