Die Milchkrise

Bilanz nach einem Jahr ohne Milchquote

© Patrick Gruban

Sicherlich spielt die Abschaffung der EU-Milchquote vor einem Jahr ein große Rolle bei den Entwicklungen auf dem deutschen und europäischen Milchmarkt. Aber die Zusammenhänge sind komplexer, die globalen Verstrick-ungen weitreichender. Sie signalisieren einen Scheide-weg. An diesem Scheideweg geht es um ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit gleichermaßen: Mas-senproduktion und Dumpingpreise gehen nicht mehr auf.

 

In der SZ rekonstruiert Thomas Hahn die "historische Misere", die sich derzeit für Bauern insbesondere der tierhaltenden Landwirtschaft abzeichnet. Umweltstandards und Tierwohl hätten ihren Preis, aber es gebe auch "das Verlangen nach möglichst billigen Produkten, und so entsteht eine Schieflage zwischen Notwendigkeit und Realität."

 

Mit dem Abschaffen der Milchquote gab es die Hoffnung auf umfangreiche weltweite Exporte, doch der Milchpreis verfällt angesichts des Russland-Embargos, Chinas anhaltender Wirtschaftskrise, sowie Dumping-Milch aus den USA, Neuseeland und Südamerika. 2014 und 2015 seien rund 10 Mio. Tonnen mehr Milch in den Markt gepumpt worden als in den Vorjahren. Mengen, die nicht mal ansatzweise im Binnenmarkt untergebracht werden können, also für den Export produziert wurden. Inzwischen drohen bis zu 15 Prozent der deutschen Betriebe bankrott zu gehen.

 

Der Bauernverband habe jahrelang für den freien Markt geworben, doch für die Milchkrise hat er keine Lösung. "Viele Milcherzeuger melken, was das Zeug hält, um bei dem schlechten Preis zumindest zahlungsfähig zu bleiben", sagt Kirsten Wosnitza, Landesteamleiterin im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM). Der BDM fordert eine konsequentere politische Strategie des EU-Agrarrates, während Bundesminister Christian Schmidt weiter auf den freien Markt vertraut.

 

IWE Berlin, 21.03.2016

 

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