Bodenerosion nimmt weltweit bedrohliche Ausmaße an

Neue Studie verdeutlicht Dringlichkeit von schnellem Handeln

Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und das International Food Policy Research Institute (IFPRI, Washington) haben mittels Satellitendaten den weltweiten Begrünungszustand ausgewertet, mit weiteren Studien kombiniert und nun die umfassende Studie Economics of Land Degradation and Improvement vorgelegt. Das Ergebnis ist alarmierend: Im Laufe der letzten dreißig Jahren waren weltweit 33% des Weidelands, 25% der Ackerböden und 23% der Waldflächen von Bodendegradierung betroffen. Das sind insgesamt etwas 30% der globalen Landfläche, die 3,2 Milliarden Menschen ernährt. 

 

Laut Klaus Töpfer, Exumweltminister und Exumweltdirektor der UNO, stellte die Ergebnisse der Studie mit vor und verweist auf die weltweit zunehmende Spannung, die auch eine weitere Fluchtursache bedeute: Mehr Menschen müssen in Zukunft ernährt werden, doch der Boden, den es zum Anbau der erforderlichen Lebensmittel braucht, geht verloren.

 

Jeder Euro, der heute in die Erhaltung des Bodens investiert wird, spart in Zukunft etwa fünf Euro an Folgekosten ein, berechneten die Forscher. Besonders betroffen sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara, auf die 26% der globalen Kosten entfallen. Oft sähen sich Bauern gezwungen, Wälder zu zerstören, um diese als Acker- oder Weideflächen zu nutzen. Dabei sticht die erhöhte Nachfrage nach Futter-Soja und Energie-Mais heraus. Neben Monokulturen sind Pestizide und Klimawandel die Hauptursachen für die Bodenerschöpfung.

 

Besonders wichtig ist es jetzt, Wiederaufforstung zu fördern und verbindlicher zu gestalten, um mehr als nur eines der 17 UN-Entwicklungsziele (SDG) zu realisieren. Ein erfolgreiches Beispielprojekt ist Scaling up Regreening: Six Steps to Success, das u. a. im Senegal, Burkina Faso, Nigera, Mali, Äthipien und Malawi erfolgreich angewandt wird.

 

 

IWE Berlin, 22.02.2016

 

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