Bestäuber weltweit unter Bedrohung

Studie zu Konsequenzen für Lebensmittelsysteme und mögliche Gegenmaßnahmen

Eine wachsende Zahl von Bestäuber-Arten weltweit ist aufgrund verschiedener, vor allem menschenverursachter Ursachen bedroht und damit auch eine Vielzahl von Lebensgrundlagen sowie Lebensmittelversorgung im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar. Dies hat eine erstmals global angelegte Studie zu Bestäubern aufgezeigt.

 

Die über zwei Jahre im Auftrag der IPBES (Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) erstellte Studie hat jedoch auch eine Vielzahl von Mitteln herausgearbeitet, Bestäuberbestände besser zu schützen.

 

Die Studie mit dem Titel Thematic Assesment of Pollinators, Pollination and Food Production ist ein Meilenstein der Bestäubungsforschung, mit der ein wesentliches Element des globalen Ökosystems besser verstanden werden kann. Es ist zudem die erste Studie zum Thema, die Kenntnisse von Wissenschaft, indigener Bevölkerung und lokalen Wissenssystemen verschmilzt. 

 

Nutzpflanzen, die auf Bestäubung angewiesen sind, darunter Obst, Gemüse, Nüsse und Öle, sind wichtige Lebensmittel sowie Vitamin- und Mineralstofflieferanten, ohne die eine zunehmende Fehl- und Mangelernährung droht. Diese Nutzpflanzen, z. B. Kaffee und Kakao, bilden zudem eine entscheidende Einkommensquelle in Ländern des globalen Südens. Jährlich werden etwa 5,7 Milliarden US Dollar mit Kakaobohnen umgesetzt. Kakaoblüten werden von Gall- und Bartmücken bestäubt.

 

Die IPBS-Studie schätzt, dass 16 % der Wirbel-Bestäuber, z. B. Fledermäuse, vom Aussterben bedroht sind, von den Inselarten sogar bis zu 30 %, Tendenz steigend. Zudem sind in bestimmten Regionen über 40 % der wirbellosen Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge bedroht. Als Ursachen führt die Studie vor allem Pestizide, z. B. nikotinoide Insektizide, an, obwohl die Langzeitauswirkungen noch unbekannt sind. 

 

Weiterhin wirkt sich der Rückgang traditioneller Techniken indigener und lokaler LandwirtInnen negativ auf die Bestäuber aus: Diese Praktiken basieren beispielsweise auf heterogenen Landschaften und Gärten, die diverse Lebensräume für Bestäuber bilden.

 

Zu den konkreten Vorschlägen der Studie gehört daher u. a. die Stärkung nachhaltiger Landwirtschaft, die hilft Nutzland zu diversifizieren, die Integration ökologischer Prozesse in die Lebenmittelgewinnung, Informieren über traditionelle Techniken wie bestimmte Fruchtfolgen sowie die verbesserte Haltung von Nutzbienen und natürlich eine deutliche Verminderung von Pestizideinsätzen. 

 

IWE Berlin, 11.03.2016

 

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