Ernährungslücke durch Wassermanagement halbieren 

Effiziente Wassernutzung entscheidend für Klima und Ernährung

© Markus Reimann

Wasser ist offensichtlich essentiell für die Landwirtschaft, für die Bewässerung von Pflanzen und zur Regulation der Böden. Doch wie erheblich sich ein gezielter Umgang mit dieser Ressource auswirkt, wurde erst jetzt ermittelt. Systematische Unter-suchungen zeigen wie z. B. durch effiziente Regennutzung Bewässserung optimiert werden kann. Ein entsprechend verbessertes Wassermanagement in der Landwirtschaft, das jeweils an spezifische lokale Gegebenheiten angepasst ist, könnte die Ernährungslücke bis 2050 sogar halbieren. Dies belegt eine Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Leitautor Jonas Jägermeyr meint weiterhin, "Intelligente Wassernutzung kann die landwirtschaftliche Produktion ankurbeln – wir waren  erstaunt, auf globaler Ebene solch beträchtliche Effekte zu sehen".

 

Mit Hilfe von Computersimulationen wurden wasserarme Brennpunkte identifiziert, die besonderes Potenzial bergen, Ernteerträge zu steigern, darunter China, Australien, der Westen der USA, Mexiko und Südafrika. "Trotzdem gibt es natürlich einige Herausforder-ungen bei der Verteilung. Zudem braucht es vielerlei gesetzliche Regulierung vor Ort und Anreize wie etwa Mikrokredite, um landwirtschaftliches Wassermanagement großflächig zu verwirklichen.“ so Teamleiter Dieter Gerten vom PIK.

 

Angesichts des Klimawandels ist die Notwendigkeit von effizientem Wassermanagement offenkundig. Niederschlgasmuster ändern sich, Dürren nehmen zu. Zudem braucht es Pflanzen, die CO2 aufnehmen, diese wiederum brauchen Wasser.

 

„Wassermanagement ist zentral, um die große Herausforderung der Nachhaltigkeit anzupacken“, sagt Co-Autor Wolfgang Lucht, PIK-Forschungsbereichsleiter. „Es wurde in vielen lokalen und regionalen Studien erforscht und seine Effekte im Feld gut dargelegt, aber die globale Ebene wurde bisher vernachlässigt. Die erneuerten Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die eine nachhaltige Landwirtschaft einfordern, brauchen Belege, wie die Ziele tatsächlich zu erreichen sind. Da wir aber sehr rasch an planetare Grenzen stoßen, sollte unsere Studie die Aufmerksamkeit von Entscheidungs-trägern auf allen Ebenen auf das Potential von verbessertem landwirtschaftlichen Wassermanagement lenken.“

 

 

IWE Berlin, 18.02.2016

 

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