Teilhaben: Buschberghof

 

Teilnehmer dieses Projekts sind ehrbare Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie sind abgewichen vom geraden Weg in die Supermärkte und holen sich ihre Ernte schon seit Jahren selbst vom Land. Mit dem Buschberghof in Fuhlenhagen vor den Toren Hamburgs leisten sie sich ihren eigenen Bauernhof, kollektiv, bodennah und klimaverträglich. Sie finanzieren den Betrieb voll und im Voraus, als Gegenleistung bekommen sie ein umfassendes Angebot an Naturalien.

Getragen wird dieser Hof von rund 300 ideellen Bäuerinnen und Bauern und einigen praktischen Landwirten. Hier gibt es alles, was man zum Leben braucht, vom Getreide über das Mehl bis zum Brot. In Kisten stapelt sich Gemüse, im Tank wartet die Milch, auf den Regalen des Hofladens stehen abgepackt Joghurt, Quark, selbst gemachter Käse, Butter und Eier. Alle paar Wochen ist auch Fleisch von eigenen Schweinen, Rindern und Schafen im Angebot, aber Gänse bekommen die „Buschberger“ nur einmal im Jahr zu Weihnachten.

Der Buschberghof ist ein Füllhorn für seine Mitglieder. Die allerdings müssen auch selbst anpacken, wenn die Ernte ansteht, wenn gebaut werden muss und wenn der Etat für das Wirtschaftsjahr beschlossen wird. Der Etat des Buschberghofs ist ein Gemeinschaftswerk, das die Mitglieder für jedes Wirtschaftsjahr neu beschließen. Er umfasst alles, was der Hof braucht, um zu wirtschaften. Die Kosten werden per Umlage auf die Haushalte verteilt. Dafür gibt es Richtsätze, von denen abgewichen werden kann. Für jeden Erwachsenen heißt das rund 150 Euro pro Monat, für Kinder die Hälfte. Vegetarier zahlen das Gleiche wie Fleischesser. Der Hof versorgt mit rund 100 Hektar 90 Haushalte mit etwa 300 Personen über 365 Tage im Jahr.

Den Dünger produziert der Hof selbst mit seinen 30 Kühen. Hinzu kommen 35 Schweine, 14 Schafe, die den Rasen mähen, und rund 200 freilaufende Hühner, Enten und Gänse. Der Bauer Jens Otterbach teilt sich die Betriebsleitung mit Karsten Hildebrandt und Axel Iser. Sie kümmern sich gemeinsam mit zehn Behinderten ums Säen und Ernten, Melken, Füttern, Schlachten, Backen und Käsemachen. So sorgen sie dafür, dass es nicht nur den Mitgliedern ihrer Wirtschaftsgemeinschaft gut geht, sondern auch dem Boden, den Tieren und den Pflanzen. Bewirtschaftet wird der Hof nach den Richtlinien von Demeter als biologisch-dynamisches Unternehmen.

Das Bauern-Trio hat sich bewusst abgekoppelt vom „Wachsen oder Weichen“ der industriellen Landwirtschaft. Sie müssen nicht mehr das tägliche Auf und Ab der Märkte fürchten. Ihr Markt bleibt stabil. „Wir müssen nicht überlegen, was am meisten Geld bringt, wir produzieren bedarfsorientiert. Und wir wissen, für wen.“ Es ist ein Verhältnis auf der Grundlage von Gegenseitigkeit. Regina Kapfer, ideelle Bäuerin und Mutter von vier Kindern, ist froh um die neu gewonnene Nähe zur Scholle: „Wir wissen genau, wo unsere Lebensmittel herkommen. Die Kinder gehen heute noch in den Kuh- und Schweinestall, wenn wir dran sind mit Abholen, und wenn in den Medien mal wieder über einen Lebensmittelskandal berichtet wird, lehnen wir uns entspannt zurück – wir wissen: Unser Fleisch ist sauber, das Gemüse sowieso.“[ii]

Die Gesellschafter des Buschberghofes leben mit der Jahreszeit, im Sommer bedeutet das Fülle und im Winter eher mal Kohl. Dem Wohlgefühl tut das keinen Abbruch, mit einer Fluktuation von weniger als 10 Prozent und einer Warteliste für Interessenten kann das Modell der Wirtschaftsgemeinschaft Buschberghof als geglückt gelten. „Unser Kapital ist die Gemeinschaft“, sagt Johanna Hildebrandt und scheint krisenfest.

37 weitere Betriebe in Deutschland und einer in Österreich haben sich dem Konzept der Buschberger angeschlossen und im Verein „Solidarische Landwirtschaft e.V.“ zusammengetan.[iii] Der Vater des Gedankens Trauger Groh, ein friesischer Bauer, nahm die Idee mit nach Nordamerika. Dort entstand daraus die Bewegung der Community-supported Agriculture (CSA). Mittlerweile gehören ihr über 13.000 amerikanische Farmer an.[iv]

 

[i] www.buschberghof.de.

[ii] Annette Bopp: Ackern, säen, ernten, hinstellen, bitte schön! A Tempo, 01/2011, S. 10/11.

[iii] http://www.solidarische-landwirtschaft.org/.

[iv] USDA 2007 Agricultural Census, Table 44, http://www.agcensus.usda.gov/Publications/2007/Full_Report/Volume_1,_Chapter_2_US_State_Level/st99_2_044_044.pdf.

 

Teilnehmer dieses Projekts sind ehrbare Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie sind abgewichen vom geraden Weg in die Supermärkte und holen sich ihre Ernte schon seit Jahren selbst vom Land. Mit dem Buschberghof in Fuhlenhagen vor den Toren Hamburgs leisten sie sich ihren eigenen Bauernhof, kollektiv, bodennah und klimaverträglich. Sie finanzieren den Betrieb voll und im Voraus, als Gegenleistung bekommen sie ein umfassendes Angebot an Naturalien.

Getragen wird dieser Hof von rund 300 ideellen Bäuerinnen und Bauern und einigen praktischen Landwirten. Hier gibt es alles, was man zum Leben braucht, vom Getreide über das Mehl bis zum Brot. In Kisten stapelt sich Gemüse, im Tank wartet die Milch, auf den Regalen des Hofladens stehen abgepackt Joghurt, Quark, selbst gemachter Käse, Butter und Eier. Alle paar Wochen ist auch Fleisch von eigenen Schweinen, Rindern und Schafen im Angebot, aber Gänse bekommen die „Buschberger“ nur einmal im Jahr zu Weihnachten.

Der Buschberghof ist ein Füllhorn für seine Mitglieder. Die allerdings müssen auch selbst anpacken, wenn die Ernte ansteht, wenn gebaut werden muss und wenn der Etat für das Wirtschaftsjahr beschlossen wird. Der Etat des Buschberghofs ist ein Gemeinschaftswerk, das die Mitglieder für jedes Wirtschaftsjahr neu beschließen. Er umfasst alles, was der Hof braucht, um zu wirtschaften. Die Kosten werden per Umlage auf die Haushalte verteilt. Dafür gibt es Richtsätze, von denen abgewichen werden kann. Für jeden Erwachsenen heißt das rund 150 Euro pro Monat, für Kinder die Hälfte. Vegetarier zahlen das Gleiche wie Fleischesser. Der Hof versorgt mit rund 100 Hektar 90 Haushalte mit etwa 300 Personen über 365 Tage im Jahr.

Den Dünger produziert der Hof selbst mit seinen 30 Kühen. Hinzu kommen 35 Schweine, 14 Schafe, die den Rasen mähen, und rund 200 freilaufende Hühner, Enten und Gänse. Der Bauer Jens Otterbach teilt sich die Betriebsleitung mit Karsten Hildebrandt und Axel Iser. Sie kümmern sich gemeinsam mit zehn Behinderten ums Säen und Ernten, Melken, Füttern, Schlachten, Backen und Käsemachen. So sorgen sie dafür, dass es nicht nur den Mitgliedern ihrer Wirtschaftsgemeinschaft gut geht, sondern auch dem Boden, den Tieren und den Pflanzen. Bewirtschaftet wird der Hof nach den Richtlinien von Demeter als biologisch-dynamisches Unternehmen.

Das Bauern-Trio hat sich bewusst abgekoppelt vom „Wachsen oder Weichen“ der industriellen Landwirtschaft. Sie müssen nicht mehr das tägliche Auf und Ab der Märkte fürchten. Ihr Markt bleibt stabil. „Wir müssen nicht überlegen, was am meisten Geld bringt, wir produzieren bedarfsorientiert. Und wir wissen, für wen.“ Es ist ein Verhältnis auf der Grundlage von Gegenseitigkeit. Regina Kapfer, ideelle Bäuerin und Mutter von vier Kindern, ist froh um die neu gewonnene Nähe zur Scholle: „Wir wissen genau, wo unsere Lebensmittel herkommen. Die Kinder gehen heute noch in den Kuh- und Schweinestall, wenn wir dran sind mit Abholen, und wenn in den Medien mal wieder über einen Lebensmittelskandal berichtet wird, lehnen wir uns entspannt zurück – wir wissen: Unser Fleisch ist sauber, das Gemüse sowieso.“[ii]

Die Gesellschafter des Buschberghofes leben mit der Jahreszeit, im Sommer bedeutet das Fülle und im Winter eher mal Kohl. Dem Wohlgefühl tut das keinen Abbruch, mit einer Fluktuation von weniger als 10 Prozent und einer Warteliste für Interessenten kann das Modell der Wirtschaftsgemeinschaft Buschberghof als geglückt gelten. „Unser Kapital ist die Gemeinschaft“, sagt Johanna Hildebrandt und scheint krisenfest.

37 weitere Betriebe in Deutschland und einer in Österreich haben sich dem Konzept der Buschberger angeschlossen und im Verein „Solidarische Landwirtschaft e.V.“ zusammengetan.[iii] Der Vater des Gedankens Trauger Groh, ein friesischer Bauer, nahm die Idee mit nach Nordamerika. Dort entstand daraus die Bewegung der Community-supported Agriculture (CSA). Mittlerweile gehören ihr über 13.000 amerikanische Farmer an.[iv]

 

[i] www.buschberghof.de.

[ii] Annette Bopp: Ackern, säen, ernten, hinstellen, bitte schön! A Tempo, 01/2011, S. 10/11.

[iii] http://www.solidarische-landwirtschaft.org/.

[iv] USDA 2007 Agricultural Census, Table 44, http://www.agcensus.usda.gov/Publications/2007/Full_Report/Volume_1,_Chapter_2_US_State_Level/st99_2_044_044.pdf.

 

 

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