„Genussgemeinschaft Städter und Bauern“

 

Bei der „Genussgemeinschaft Städter und Bauern“ geht es auch um einen Brückenschlag zwischen Land und Stadt. Auch hier ist Geld im Spiel, die Städter finanzieren hier aber nicht die laufende Wirtschaft eines Hofes, sondern notwendige Investitionen. Ihr Credo: „Bäuerliche Landwirtschaft und traditionelles Lebensmittelhandwerk, Gastronomen, die noch echte Regionalküche bieten, sind ein Juwel unserer Kultur“, steht auf ihrem Internetportal geschrieben. Gestartet sind die Genussgemeinschafter im Süden Bayerns. Johannes Bucej war die treibende Kraft, er ist Genießer, was man ihm auch ansieht. Er legt Wert auf gute Lebensmittel. Und wer gute Lebensmittel haben will, muss sich darum kümmern, dass es auch gute Produzenten gibt und diese wiederum Geld für notwendige Investitionen bekommen, damit sie überleben. 2010 gründete er die Genussgemeinschaft und sorgte dafür, dass gute Bauern an gutes Geld kommen. Der Weg geht über sogenannte „Genussscheine“. Und die kann jeder erwerben, der auch in Zukunft noch genießen will. Zum Beispiel die Eier vom Löfflerhof in Farchach am Starnberger See.

Der Löfflerhof hatte einen Hühnerstall, der längst zu klein geworden war für die gestiegene Nachfrage. Aber ein Neubau für 75.000 Euro war für ihn nicht drin, jedenfalls nicht zu den banküblichen Konditionen. Über einen Bekannten erfuhr Michael Friedinger, der Bauer, von den Genussscheinen der SlowFood-Leute in München und ließ sich darüber seinen Stall finanzieren.

Das Prinzip ist einfach: Der Bauern errechnet, wie viel seine Investition kosten wird. Dann bietet er Genussscheine an für die, die sich daran beteiligen wollen, und legt auch Laufzeit und Zins fest. Die Zinsen werden in Naturalien ausgezahlt als Eier, Fleisch oder Milch – alles, was der Löfflerhof zu bieten hat. Nachdem das Genussprojekt mit einem Stall für 700 Hühner so gelungen war, macht Michael Friedinger schon neue Pläne. Sein Kuhstall müsste modernisiert werden. Bisher sind die Kühe noch angebunden, so wie es der Tradition entsprach. In Zukunft sollen sie frei laufen können. Der Umbau könnte sein nächstes Genussschein-Projekt werden. Die Münchner Abendzeitung titelt dazu: „Diese Aktien sind großer Käse.“ Und sie mag Recht haben für die Mitglieder der Genussscheinbewegung, die ihre Zinsen vielleicht in Form von echtem Bauernkäse zurück nach München tragen werden.

 

[i] http://www.genussgemeinschaft.de/.

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